Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Äußere Betonmauer
- Innere Mauer
- Patrouillenstraße
- Reihe von Laternen
Die Geschichte des Ortes
Die Grenze war hier durch mehrere Sperrlinien gesichert: Von Ost-Berlin her standen eine innere Mauer, ein Zaun mit Alarmanlage, eine Durchfahrt für Patrouillen, eine Reihe von Laternen und eine eingeebnete Fläche, auf der Spuren zurückblieben. Am Ende dieses Korridors erhob sich eine äußere Betonmauer von etwa dreieinhalb Metern Höhe; sie wird gewöhnlich Berliner Mauer genannt. Vor dem Bau des Streifens rissen die Militärs die Häuser an der Grenze ab, verlegten Gräber und fällten Bäume, um die Sicht freizumachen. Im Komplex sind alle Sperrlinien des Grenzstreifens erhalten.
Am fünften September neunzehnhunderteinundsechzig, gegen drei Uhr nachts, verließ Karl-Heinz, Bewohner des Hauses in der Ackerstraße dreiundvierzig, Ost-Berlin zusammen mit zwei Erwachsenen und einem Kind. Seine Wohnung eignete sich für eine Flucht über die Grenze, weil die Grenze entlang der Fassade verlief: Das Haus lag in Ost-Berlin, der Gehweg unter den Fenstern jedoch bereits im Westen.
Drei Wochen zuvor hatten die Grenzposten die Durchgänge versperrt. Sie überwachten die Bewohner und ließen sie nicht auf die Bernauer Straße hinaus. Das Fenster im zweiten Stock öffnete sich jedoch noch immer direkt über dem Gebiet West-Berlins.
Karl-Heinz und seine Begleiter ließen zunächst einen Teil ihrer Habseligkeiten an einem Seil hinunter. West-Berliner Polizisten, die den Flüchtenden halfen, hielten die ostdeutschen Grenzposten hinter dem Friedhofszaun auf Abstand. Andere Helfer richteten den ostdeutschen Grenzposten von Spiegeln reflektiertes Licht in die Augen. Die Feuerwehr stellte eine Leiter an das Haus, und alle vier stiegen zum Gehweg hinab. Als Ost-Berliner Polizisten die Tür der Wohnung aufbrachen, waren die Menschen dort bereits nicht mehr. Nur ein Seil hing aus dem Fenster.
Um solche Wege zu schließen, begannen die Grenztruppen, die Fenster zuzumauern. Dann wurden die Bewohner ausgesiedelt, und im Jahr neunzehnhundertfünfundsechzig riss man das Haus Nummer dreiundvierzig und die benachbarten Gebäude an der Grenze ab. Auf dem Friedhofsgelände wurden Gräber verlegt, Bäume gefällt und die Sicht freigeräumt. Anstelle einer einzigen Sperre bauten die Militärs eine ganze Abfolge von Hindernissen.
Von der Ostseite her verhinderte die innere Mauer, dass sich die Stadtbewohner dem bewachten Streifen auch nur näherten. Dahinter stand ein Signalzaun: Bei Berührung löste er am nächstgelegenen Turm Alarm aus. Weiter verliefen eine Straße für Patrouillen, eine Reihe von Laternen und ein eingeebneter Streifen, auf dem Spuren zurückblieben. Das letzte Hindernis war die äußere Betonmauer von etwa dreieinhalb Metern Höhe – eben jene, die gewöhnlich Berliner Mauer genannt wird.
Von Karl-Heinz’ Wohnung sind weder ein Fenster noch ein Treppenhaus geblieben. Die Adresse Ackerstraße dreiundvierzig gehört heute zum offiziellen Verzeichnis der Grundstücke des erhaltenen Grenzkomplexes.
Praktisch vor Ort
Die Freiluftausstellung und der erhaltene Grenzstreifen sind täglich 08:00-22:00 zugänglich.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Besichtigen Sie den Komplex von den ausgewiesenen öffentlichen Wegen aus: Die Distanz hilft hier besser dabei, das Zusammenspiel der Elemente zu erkennen, als der Versuch, einem von ihnen ganz nahe zu kommen.
